SZELY

 

 

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selected projects | Processing Other Perspectives

 

2007

 

Processing Other Perspectives


Solo Cd-Release , Mosz

 

 

 

Szene Wien 20.02.2007, Photos:Gerald Nestlerl

 

 

Processing Other Perspectives

 

Sylvia Eckermann- Visuals

Nina Erber: Voice
Nik Hummer: Tautonium
Wolfgang Kopper: Korg MS 20
Sigi Köhlmeier: bass, baritone guitar
Bernhard Loibner: electric Bass max msp patch
Gilbert Medwed: drums
Florian Schmeiser: Keys
Martin Siewert: pedal and lap steel guitar
Ullrich Troyer: electronics
Szely: e-guitar, e-bow guitar, piano, keys, harp, programming,
composing, electronics, drum programming, additional sounds

 

 

 

Am Anfang der Arbeit zu der CD standen „beat Architekturen“ die in der Zeit nach meinem ersten Solo Release „welcome to my world“ (mosz 2004), während zahlreicher Konzerte und Club-gigs entstanden.


Es handelt sich um polyrhythmische Strukturen, die sich dem "Betriebsystem POP" widmen und sich gleichzeitig, als Ausgangspunkt, auf mehrkanalige raumbezogene Klangarbeiten beziehen, die als skulpturale Architektur auf akusmatischer Basis zu verstehen sind, ein erweiterter Skulpturbegriff, der sich immer auf den Raum bezieht und als Ergebnis immer auf den jeweiligen Raum und dessen singulären akusmatischen Eigenschaften abgestimmt ist.


Es handelt sich um eine dreidimensionale Klangskulptur, die den Raum neu codiert und sich im virtuellen Medium des Schalls abbilden in dem sie, durch die im Raum verteilten Lautsprecher, neue Räume im Performance Space schaffen.
Mittels des „Betriebsystems POP“ werden diese akusmatischen Skulpturen zu einzelnen Stücken verdichtet und weiterverarbeitet mit dem Ziel, den Zuhörer in, für ihn, neue und fremde Welten der Klangprojektion und des Hörens an sich zu führen.
Die Erweiterung dieser Grundstruktur wurde durch einen Hardware Neuzugang in Gang gesetzt.


Durch die Anschaffung eines externen analog digital Wandlers, welcher über die adat Schnittstelle meiner Soundkarte angesteuert wird, war es mir jetzt möglich zwei Setups/patches gleichzeitig und unabhängig voneinander laufen zu lassen .So entstanden eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten, die zu einer neuen Dimension in meiner Arbeit führten. Es war nun möglich, einzelne patches mit anderen zu kombinieren, verschiedene Geschwindigkeiten und bpms zu kombinieren, und beliebig lange Sets zu spielen.Gleich nach Beginn meiner Arbeit an der Cd stellte sich die Frage wie ich nun weiter machen wollte.


Sollte ich allein im Studio mehrere Monate an neuen, computergenerierten Sounds arbeiten oder sollte ich einfach mit einem Mikrophon auf die Suche nach neuen Klängen gehen. Auf Grund meines verstärkten und wieder erwachten Interesses an Instrumenten und dem gemeinsamen Spiel mit anderen Leuten entschloss ich mich, Freunde/innen und Kollegen/innen einzuladen bzw. ich bat sie mir doch einige kleine und größere Sounds einzuspielen, die ich dann als field recordings für meine Arbeit weiter verwenden durfte.So entstanden eine große Anzahl an Aufnahmen bei denen die Mitwirkenden zum Teil völlig alleine ohne Vorgabe frei spielten oder mit mir gemeinsam improvisierten, wobei ich immer nur die Spur der von mir eingeladenen Artists aufnahm. Am Ende der Aufnahmephase hatte ich nun eine Menge an field recordings, die ich nun in vielfältiger Weise verarbeitete. Es wurde geschnitten, gepitched, Teile wurden aus ihrem Zusammenhang genommen und in neue Kontexte gestellt, mit Effekten bearbeitet etc etc. Auch wurden dem Material von mir eingespielte Instrumentals und Tacks (gitarre, piano, mundharmonika, e-bow gitarre, bass, keys , drumprogramming etc.) hinzugefügt. So entstanden neue Entwürfe die ich untereinander frei kombinieren und miteinander verweben konnte.Es war für mich nur logisch aus diesen organischen Strukturen heraus bei der letztendlichen Aufnahme der Cd nicht auf die üblichen Methoden zurückzugreifenen (track für track bauen und zu arrangieren um die einzelnen Setups dann vom Computer rendern zu lassen) sondern ich nahm in einer mehrtägigen Session sozusagen mehrere zu 100 Prozent am Laptop live generierte und live gesteuerte einzelne durchgängige Gesamtsets mit dem Audiomaterial auf.


Es handelt sich bei der vorliegenden Cd sozusagen um ein Multichannel - live - recording im Studio, wobei es sich tatsächlich um ein in dieser Form so vor Ort entstandenes Set handelt. Diese Cd ist also als frei improvisierte Musik, auf der Basis von offenen und frei kombinierbaren einzelnen, komponierten patches, zu verstehen und zu lesen und zu hören. Dies spiegelt sich auch in der geschlossenen Form wieder die dem Zuhörer suggestiert, dass es sich um ein zusammenhängendes Stück handelt. Die Unterteilung des Stückes in einzelne Tracks ist trotzdem vorhanden, um zu ermöglichen, die einzelnen Entwicklungsstufen der Komposition direkt anzuwählen (z.b. für DJs),Bei vielen meiner Auftritte wurde ich nach den Konzerten gefragt, was das denn meiner Meinung nach nun für eine Art von Musik sei. Ich antwortete stets dass es sich um Szely POP handelt.- meine Interpretation von Populärmusik im Sinne von Popmusik - wobei für mich immer der neue und überraschende Blickwinkel, das Ausloten von neuen Perspektiven der eigentliche Ausgangs - Dreh- und Angelpunkt der Kompositionen war und ist.

 

Das hier vorliegende Material ist so komponiert, dass es sich live sowohl als Stereo - Version als auch 4-kanalig über 4 Lautsprecherwege oder 8-kanalig über 8 Lautsprecherwege realisieren lässt.Processing Other Perspectives ist also der Versuch, populäre Musik zu entwerfen die für sich neue Wege sucht und auch den Aspekt eines in die Zukunft weisenden Klangentwurfes Rechnung trägt.Das System gleicht einer organischen Struktur, die ständig in Bewegung ist. Live wird die Komposition von, für das Stück komponierte Visuals von Sylvia Eckermann umrahmt